Workshops

6 Workshop – 6 Dozenten – 6 Systeme

Die „Raumzeitplanung“ bei Angriffen in der Fabris-Tradition

Dozent: Cornelius Berthold

Wer auch nur ein bisschen Fechterfahrung hat, weiß, wie leicht eine eigene Fechtaktion durch gegnerisches Zutun vereitelt werden kann. Für jede Eventualität gewappnet zu sein, bedeutet also auch, zu fast jedem Zeitpunkt und in fast jeder Entfernung zum Gegner zu wissen, was passieren kann und welche Planänderung ggf. erforderlich ist. Glücklicherweise liefern uns Salvator Fabris und seine Schüler ein relativ engmaschiges „Netz“, um selbst während so scheinbar einfacher Aktionen wie einem Stoß mit Ausfall auf alle naheliegenden gegnerischen Handlungen vorbereitet zu sein. Wir wollen in diesem Fechtkurs die dahinterstehende Logik kennenlernen und damit die Voraussetzungen für eine möglichst erfolgreiche Fechtaktion. Mit spielerischen Experimenten werden wir ausloten, was mit einem Ausfall, einer Parade oder einem Passierschritt möglich ist, und aus den gewonnenen Erkenntnissen Regeln für unser Fechten entwickeln.

Da das technische Repertoire begrenzt ist, eignet sich der Kurs auch für Interessenten mit wenig Erfahrung im (Rapier-) Fechten. Benötigt werden eine lange gerade einhändig geführte Übungswaffe (95–125 cm Klingenlänge), idealerweise ein stichflexibles Übungsrapier, zudem eine 1600-Newton-Fechtmaske und, wenn möglich, auch ein Plastron, Brustschutz und/oder eine Jacke, damit schnelle aber sichere Stöße zum Oberkörper möglich sind. Wer möchte, kann im Kurs gern eigene Erfahrungen mit Problemen beim Angriff, der Mensureinschätzung oder dem Treffer vorstellen, die wir dann mit den gewonnenen Erkenntnissen versuchen können zu lösen.

La Verdadera Destreza – Fechten in Raum und Zeit

Dozent: Christian Lee-Becker & Malte Melms

Der Workshop richtet sich an Anfänger bis Fortgeschrittene und soll einige ausgewählte Grundkonzepte der spanischen Fechtkunst des 17. Jahrhunderts vermitteln. Dabei werden wir uns hauptsächlich auf die Werke von Gerard Thibault d‘Anvers und Francisco Lórenz de Rada konzentrieren.

Der Workshop ist für alle Ausrüstungsmodi geeignet. Minimal erforderliche Ausrüstung sind neben einem Rapier eine Fechtmaske und ein Halsschutz. Teilweise können Leihrapiere gestellt werden. Hinweis: dicke Handschuhe sind nicht sinnvoll.

Guardia Falsa – Dolch und Rapier in der Linksauslage

Dozent: Oliver Janseps

Nicoletto Giganti wollte diesem Thema ein ganzes Buch widmen. Doch soweit wir wissen, ist dieses – sein drittes Buch – tatsächlich nie geschrieben worden. Marco Docciolini beschreibt diese Art der Guardia in seinem Dolchteil, die sich in seine Art der Bewegung sehr gut einfügt.

Wir werden uns in dieser Einheit die Eigenheiten der Linksauslage in Zusammenhang mit Docciolinis prägender Beinarbeit näher ansehen und ihre Möglichkeiten mit Übungen zur Entscheidungsfindung in der Anwendung erproben.

Dieser Kurs richtet sich ob seiner Eigenart an Anfänger und Fortgeschrittene. Neben Dolch, Rapier und Maske wird keine weitere Ausrüstung zwingend benötigt. Steht dem Paar jedoch mehr Schutzausrüstung zur Verfügung, kann die Intensität der freien Übungen entsprechend gesteigert werden.

Italienisch hauen

Dozent: Adrian van Bronswijk

Italienisches Rapier wird vornehmlich mit Stoßfechten in Verbindung gebracht und gilt als Wurzeltradition der langen Ausfälle und Stöße – dabei kann das Rapier auch ganz schön reinhauen!

Umgehungen und taktische Finessen mit Mandritto und co.

Du brauchst: Maske und Halsschutz, Handschuhe und Unterarmprotektoren, Rapier und Dolch.

Rapier nach Joachim Meyer

Dozent: Paul Becker

In diesem Unterricht gebe ich euch einen Einblick in die Fechtdidaktik Joachim Meyers mit Bezug zum Rapier. Ich vermittle theoretische und praktische Grundlagen im Umgang mit dem Rapier nach den Lehren Meyers. Insbesondere werde ich dabei auf die Entwicklung und Herkunft von Meyers Didaktik im Rapier eingehen.

WICHTIG: Der Unterricht stellt eine praktisch-theoretisch Einweisung dar und keine Zeit für intensives Training. Die Teilnehmer sollen erste Erfahrungen mit Meyers Rapierlehre sammeln und die Struktur und Zusammenhänge verstehen. Daher wir der Unterricht viele Themen anreißen und nicht Vertiefen. Ganz nach dem Motto „Breite statt Tiefe“.

Inhalte:

  • Fechtdidaktik J. Meyers mit Schwerpunkt auf Rapier
  • Die Basis und die Entwicklung von Meyers Rapierlehre
  • Grundlagen seiner Beinarbeit
  • Grundlegende Huten
  • Grundhäue
  • Stöße
  • Versatzungen 
  • Besonderheiten des Rapiers nach Meyer

Capoferro – Präzision und Kontrolle im Zweikampf 

Dozent: Christian Bott

In diesem Workshop gehen wir auf einzelne typische Techniken von Capoferro ein und veranschaulichen die damit transportierten Bewegungsprinzipien. In diesem Zuge werden technische Feinheiten in der Bindung erläutert, das Zusammenspiel von Bedrohung und Eigensicherung, sowie die taktischen Anwendungsfelder. 

Als Schutz-Ausrüstung benötigst Du mindestens: Fechtmaske (1600N), Halsschutz, Handschuhe. Optional eine Fechtjacke (800N), die für das Rapierfechten geeignet ist.

Als Waffe brauchst Du ein Rapier, wobei ich hier für den Workshop keine Vorgaben für Länge, Gewicht, Glocke/Korb, etc. machen möchte.